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In Gold: Mickey, oh Mickey…

at 2014.11.08
With 2 Comments

Bei einem neuen Test und Versuch haben wir uns entschieden ein 3D-Modell mit dem goldenen PLA-Filament von colorFabb – PALE GOLD 2.85mm – zu testen.

(um Details zu erkennen jeweils auf die Fotos klicken, um größere Bilder einzeln zu sehen)

colorFabb PALE GOLD FILAMENT

colorFabb PLA/PHA FILAMENT PALE GOLD 2.85

Dazu haben wir uns das 3D-Modell “Mickey Mouse necklace – von Astrid3iD” auf der Plattform THINGIVERSE.com ausgesucht.

Mickey Mouse necklace image

Unser Test-3D-Modell: Mickey Mouse necklace von Astrid3iD auf thingiverse.com

Hier der Link zum 3D-Modell: Mickey Mouse necklace von Astrid3iD auf thingiverse.com
In den Einstellungen am Ultimaker 2 reicht es aus, nach dem Material-Tausch (Menü – Material – Change – PLA) die Voreinstellung PLA zu bestätigen.
Nochmals vielen lieben Dank an das Team von colorFabb, das uns erlaubt hat, Bilder und Logos zu zeigen!!
(Leute, gebt Credit wem Credit gebührt und achtet auf Copyrights und Rechte von Materialien und Bildern die Ihr online postet.. Wir haben und holen vorher schriftlich alle Genehmigungen ein.)

Wir haben nun das 3D-Modell in der Slicer-Software CURA (von Ultimaker) geladen und sowohl eine “touching buildplate” Unterstützung (Modell-Haft-Basis auf dem Untergrund der zu erst gedruckt wird), als auch ein “Raft” als Support (unterstützende Support-Säulen die mit dem 3D-Modell mit gedruckt werden und starke Überhänge und Punkte und Brücken die vom Modell aus Schicht für Schicht in der Luft gedruckt werden, zu unterstützen) ausgewählt.

impressio3d.de verwendet CURA zusammen mit Ultimaker 2

Mickey im Slicer Programm CURA von Ultimaker

Und los gings – die Schuhe von Mickey haben wir als erstes gedruckt und diese sind sehr gut gelungen.

impressio3d.de verwendet unter Anderem colorFabb im Ultimaker2

Mickey´s Schuhe nehmen Gestalt an im Ultimaker 2

Mickey shoes top and base colorFabb PALE GOLD FILAMENT

Mickey´s Schuhe sind fertig und sehr gut gelungen

Dann ging es an den Kopf und den Rumpf der 3D-Figur. Zuerst hat der Ultimaker 2 den Kopf von Mickey gedruckt, dazu aber mit der “touching buildplate” Haftbasis begonnen, auf der dann der Kopf und die Support-Stützen des 3D-Modells gedruckt werden.

impressio3d.de verwendet unter Anderem colorFabb im Ultimaker2

Druck-Einstellung mit Haft-Support – Haftbasis wird gedruckt und darauf die Figur mit Support-Stützen für Überhänge

Eine breite Haft-Unterlage oder Haft-Basis soll das “Kleben-beleiben” oder Festsitzen des 3D-Modells beim Druck sicher stellen. Für 3D-Modelle, die eine flache und breite Basis beim Druck haben, kann neben der beheizten Glas-Aufbau-Platte auch ein handelsüblicher Klebestift oder Haft-Klebeband (Blue tape) verwendet werden.

impressio3d.de verwendet unter Anderem colorFabb im Ultimaker2

Mickey´s Kinn-Partie war etwas tricky – mann sieht den Support-Kragen, dennoch haben wir das 3D-Modell nicht korrigiert – die Schichten sind abgesunken

Man kann gut die Support-Stützen erkennen, die vor und neben dem Kopf mit gedruckt werden. In diesem Beispiel sind es nur die Stützen, auf denen das linke (im Bild rechte) Ohr des Modells und die Nase gedruckt werden. Wie gesagt, hier muss man in aufeinander aufbauenden Schichten denken – dieser 3D-Drucker kann keine Luft-Punkte setzen und darauf aufbauen – dazu braucht ein 3D-Druck optimiertes Modell die Support-Stützen. Zudem ist es immer ratsam, eine weitere 3D-Software zur 3D-Druck Tauglichkeits-Überprüfung und Korrektur – wie z.B. netFabb (Basis frei, Pro-Funktionen kostenpflichtig) zu verwenden. Wir haben dies nicht getan, was im weiteren Verlauf Folgen haben wird…

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Mickey´s Kopf – gut zu sehen der 3D-Support und das 100% infill (Füllung) – ausgenommen der beiden Löcher für die Kordel des Mickey Anhängers

Mit “infill” ist die Füllung des 3D-Modells gemeint. Diese Einstellung in der Slicer-Software CURA gibt man in Prozent (0-100%) an. Je nach 3D-Modell Aufbau ist es ratsam, den Wert ggf. nicht unter 25% zu wählen, was zwar mehr Filament-Material und Zeit beansprucht, aber es dem 3D-Drucker ggf. erleichtert, abschliessende Schichten ohne ein Absinken der Druck-Spur zu drucken – sonst entstehen Löcher im Modell, da Filament zu große Abstände überbrücken muss – dazu haben wir in einem unsere nächsten Beiträgen passende Beispiele. Aktuell machen wir jeden Fehler den es hier wohl zu machen geht.. wir lernen dazu und werden besser und hoffen damit, der neuen 3D-Druck Gemeinde viel Zeit, Material und Ärger zu ersparen. Folgt einfach weiter unseren Beiträgen hier auf impressio3d.de

Ein Beispiel von einem “Luftpunkt” sieht man im nächsten Bild. Das untere Ohr von Mickey links im Bild zeigt Filament-Fasern in der Luft. Hier zeigt sich das Ergebnis, wenn das 3D-Modell nicht für den 3D-Druck optimiert wurde und wenn dazu auch keine Korrektur-Software vorher verwendet wurde. Ggf. muss dies wie hier nicht ganz so schlimm sein – mit einer kleinen Feile und ggf. Schleifpapier kann so mancher kleiner Makel unmerklich und leicht behoben werden.

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Mickey bekommt langsam Ohren – man sieht dass das 3D-Modell nicht optimiert wurde – links im Bild unter dem Ohr waren Luft-Punkte, daher die Druckfäden in der Luft

Ein weiterer Fehler unseres Nicht-korrigierten 3D-Modells beim Druck sieht man hier im nächsten Bild – das Ohr links im Bild hat an der höchsten Stelle, da wo der Drucker die letzte und oberste Schicht des Modells gesetzt hat, eine verdickte Stelle. Mit 100% Füllung (infill) und immer enger werdenden Schichten, ist das Material nicht komplett abgekühlt, ist abgesunken und hat diese Stelle verdickt. Möglicherweise lässt sich das mit der Lüfter-Einstellung und der Material Temperatur und der Druck-Geschwindigkeit korrigieren – hier gilt testen…

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Mickey´s Kopf ist fertig geworden – man erkennt die Support-Stützen und die Haft-Basis – leider auch Unstimmigkeiten

Im nächsten Schritt nimmt sich unser Ultimaker 2 den Rumpf oder Körper von Mickey vor. Auch hier wieder die Haft-Basis und Support-Stützen für Hände und Ellbogen-Beugen von Mickey.

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Mickey – der Rumpf wird gedruckt im Hintergrund

Mickey body print colorFabb PALE GOLD FILAMENT

Mickey´s Rumpf in den letzten Schichten

Nun sind alle Modell-Teile des 3D-Modells fertig. Zu erkennen, je die beiden Öffnungen zum Auffädeln auf Kordeln – damit das ganze zur Umhänge-Kette wird, wie im Bild oben von Astrid3iD auf thingiverse.com dargestellt.

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Mickey´s Kopf und Körper sind fertig – doch auch hier wieder sichtbar, die Abschluß-Punkte nicht optimal im 3D-Modell

Einmal aus dem Drucker genommen und die Haftbasis samt Support-Stützen entfernt, sah das Ergebnis dann so aus…

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Mickey´s Kopf und Rumpf von unten – ich denke hier hat die Lüftereinstellung nicht gestimmt – und die Support-Basis war schwer abzubekommen

Das Entfernen war nicht ganz einfach – je nach Material das verwendet wird, eignen sich kleine Zangen, Feilen und Schleifpapier – sowie bastel-Skalpelle am besten. Dennoch kann man sehen, dass die Modelle je im unteren Bereich in den ersten Schichten zusammen gestaucht sind, was hier im Beispiel auf mehrere Einstellungen und Gründe zurückführbar sein kann:

– Zum einen kann das 3D-Modell selbst nicht für den 3D-Druck optimiert sein – und wir haben bereits zugegeben, dass wir das Modell vor dem Druck nicht mit einer Software wie “netFabb” geprüft oder korrigiert haben.

– Zudem kann die Temperatur der beheizten Glasplatte, auf der der Ultimaker 2 druckt etwas zu hoch gewesen sein, womit das Material in den ersten Schichten zu langsam abgekühlt und damit eingesunken ist.

– und es kann die Druckgeschwindigkeit und Druck-Temperatur nicht optimal gewesen sein

– und zuletzt kann die Einstellungen der seitlichen Lüfter nicht passend gewesen sein – sprich, wann schalten diese sich zu und auf wieviel Prozent der möglichen Umdrehungsleistung (0-100% – oder übertaktet >100%) laufen diese, um das Material zu kühlen, wenn es den Druck-Kopf verlässt.

Mickey head and full body print back failures due to bad 3D modelling SW technique

Die beiden Teile einmal gewendet und auch hier ist die Problematik sichtbar

Ganz aufgeben wollten wir dann doch nicht und haben uns überlegt, die Ursprungs-Datei in das 3D-Programm Blender (frei auf http://www.blender.org/) zu laden und beides, Kopf und Körper von Mickey so zu halbieren und als Hälften je in einer neuen 3D- .stl oder .obj Datei zu speichern, damit die maximale Aufliegefläche mit so wenig wie möglich Überhang entsteht. Die Bearbeitung und Optimierung des Rumpfes, mit dem wir begonnen haben, hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Erneut haben wir im guten Glauben (und wohl aus purer Sturheit und zu demonstrations-Zwecken) nicht mit einer Korrektur-Software überpfüft. Somit ging es erneut zum Ultimaker 2 – auf ein Neues und Mickey´s Rumpf in zwei Teilen drucken.

Mickey back half body 3D print on Ultimaker2

Die ersten Schichten der Vorderen Hälfte von Mickey´s Rupf enstehen

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Mickey 2 – die Vorderseite des Rumpfes in Arbeit – man kann eines der beiden Durchführungs-Löcher für die Kordel des Anhängers sehen

impressio3d.de verwendet unter Anderem colorFabb im Ultimaker2

Mickey 2 – Halber Rumpf mit flacher Auflagefläche

Die Vorderseite ist Fertig. Man kann ein leichtes Fadenziehen erkennen – demnach kann vielleicht wirklich die Druck-Geschwindigkeit, der Rückzug des Materials im Drucker – retraction – oder die Temperatur  verändert werden.

Mickey half body finished on Ultimaker2

Mickey 2 – die Vorderseite ist fertig

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Mickey 2 – beide Hälften vom Rumpf sind fertig und sehen aussen gut aus

Beide Teile von Mickey´s Körper sind fertig – aussen sehen Sie ganz in Ordnung aus – aber…

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Mickey 2 – halber Rumpf Vorder- und Rückansicht – soweit okay

…kaum umgedreht, sieht mann dass hier bei der Verarbeitung mit Blender erneut einige Luftpunkte übersehen wurden, die durch eine Software-Korrektur – z.b. mit netFabb – leicht behoben werden hätte können.

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Mickey 2 – Innen-Ansicht – sehr gut zu erkennen unsere Programm-Modell-Fehler aus Blender

Somit haben wir diesen Test-Print für beendet erklärt und eine Menge aus der Anwendung und über Software und Einstellungen gelernt. Wie manch einer vermuten mag, ist es mit einfach mal einen 3D-Drucker besorgen und loslegen nicht getan.

 

Einige der Faktoren die bedacht und überprüft und ggf. korrigiert werden sollten sind:

 

– Das 3D-Modell selbst -> ist es auf 3D-Druck optimiert mit so geringen Überhängen/Überständen wie möglich

– Das Material -> in weiteren Tests und Beiträgen kommt auch hier noch eine Menge auf uns zu …

– Die Einstellungen im Slicer-Programm sowie am Drucker (hier Ultimaker 2) selbst

– sogar Faktoren wie Umgebungstemperatur, beheiztes Glasbett und verwendete Software haben Einfluss auf das Ergebnis

Zu diesem Test sei angemerkt, dass weder das colorFabb FILAMENT PALE GOLD 2.85mm, noch der Ultimaker 2 an den Ergebnissen schuld sind, sondern rein wir die Anwender hier unsere Fehler und Abweichungen in der Anwendung 3D-Druck dokumentieren und darstellen – mit dem Ziel, dass Nachfolger und aktive 3D-Drucker user hieraus für sich selbst Erkenntnisse erzielen können, um Zeit, Material und Ärger zu vermeiden.

Zusammengefasst: Erneut stellen wir fest, wir stehen am Anfang und 3D-Druck hat eine enorme Lernkurve. Damit befassen wir uns weiterhin und werden wenn möglich wöchentlich mit einem Beispiel berichten. Zudem werden wir weitere Tests und Drucke fahren und Videos erstellen, mit denen wir Einblick und Erfahrungen zum Thema 3D-Druck mit Ultimaker 2 dokumentieren und publizieren wollen.

Auch hier nochmals ein großer Dank an colorFabb und Sander aus dem colorFabb Sales-Team, der uns mit den Lieferungen und mit der Erlaubnis zur Verwendung von colorFabb Produkt-Namen und Bildern weiter geholfen hat.

Solltet Ihr Fragen, eigene Erfahrungen, Wünsche und Test-Vorschläge haben, dann kontaktiert uns direkt unter kreativ@impressio3d.de 

Im nächsten blog stehen zur Auswahl:

– Dino-Skelett Kopf mit colorFabb XT-WHITE / colorFabb PLA/PHA WHITE (weiss)

– Batarang in colorFabb PLA/PHA BLACK (schwarz)

– Ultimaker 2 – Vorstellung und Überblick

– colorFabb FILAMENTE – Vorstellung und Überblick

Stimmt doch einfach ab und lasst uns wissen am besten per email, was Ihr von diesen Themen nächstes Wochenende am liebsten sehen würdet: kreativ@impressio3d.de

 

bis dahin – gute Zeit und angenehme und spanende Woche wünscht

 

Roland MJ

Team impressio3d.de

 

 

2 Kommentare zu “In Gold: Mickey, oh Mickey…”

  1. Jillynne sagt:

    Some symbols cross all language barriers and Mickey is certainly one of them!

    • RolandMJ sagt:

      Jillynne, thanks for stopping by and dropping a note – True words – we work on keeping this blog updated more often from now on – and changed the design to a more simple version. Have a great time! :)

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